DIAKRISIS - Das aktuelle Heft
Auszug Artikel 3
von Heinrich Balz
Sechs Jahre, 1837-1843, reist und lebt Krapf dann im problematisch christlichen Äthiopien, das er aber nur als Etappe auf dem Weg in das heidnische Innerafrika betrachtet. Er legt sich an mit dem äthiopischen Klerus und wird nach abenteuerlichen Reisen zweimal ausgewiesen; am Ende hat er, außer wissenschaftlichen Erkundungen und der Verteilung amharischer Bibeln, nichts erreicht. Die nächsten zehn Jahre, 1843-1853, sind gefüllt mit Erkundungsreisen weiter südlich an der afrikanischen Küste von Sansibar und Mombasa aus und 1846 der Gründung der Missionsstation Rabai Mpia im heutigen Kenya. Krapf und Johannes Rebmann, der ihm nachgekommene zweite schwäbische Missionar, reisen weit ins Innere Afrikas, sie entdecken den schneebedeckten Kilimandjaro und den Mount Kenya. Missionsstationen im heutigen Tansania werden geplant, kommen aber aus unterschiedlichen Gründen nicht zustande.

Mt. Kenya, der zweithöchste Berg des Landes (5199 m)
Was bleibt, sind Krapfs ostafrikanische Sprachforschungen und Bibelübersetzungen; sie bringen ihm Ruhm in der wissenschaftlichen Welt daheim, auch in Tübingen. Den Rest seines Lebens, von 1855-1881, verbringt Krapf schreibend, predigend und Missions-Heimatarbeit organisierend in Korntal. Als Missionar sieht er sich selber nicht als den, der die Ernte einbringt, sondern als den Vorläufer, den Prediger in der Wüste, dem die eigentliche Erfolge bringende Mission und das baldige Friedensreich Christi auf Erden erst folgen werden: diese feste Hoffnung lässt ihn über allen seinen eigenen Misserfolgen in Afrika nicht irre werden..
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